Das 1:1-Unentschieden zwischen Arsenal und Manchester United war kein großes Spektakel – aber hätte irgendjemand wirklich erwartet, dass es ein Klassiker wird? In den vergangenen Jahren erregte dieses Spiel die Aufmerksamkeit sowohl der Fans als auch der neutralen Zuschauer, da es immer wieder für Kontroversen, Spannung und nicht wenig Können sorgte.
An seine Stelle sind nun Mittelmäßigkeit und Langeweile getreten, und die Vereine tun sich schwer, nach langen Zeiten unter der Leitung eines einzigen Trainers eine neue Identität zu finden.
Sir Alex Ferguson hat United zwar schon vor sechs Jahren verlassen, doch die Red Devils haben noch immer keinen glaubwürdigen Ersatz gefunden, und auch bei Unai Emery ist man sich noch nicht einig.
Der Spanier könnte der Mann sein, der die guten Zeiten in die Emirate zurückbringt, doch beide Vereine stehen nun auf der zweiten Stufe der Herausforderer nach Liverpool und Manchester City.
Im Theatre of Dreams fehlte es den Spielern leider an Klasse und Tatendrang, und der Versuch, einen Platz unter den ersten Vier zu erreichen, dürfte die Grenze ihrer Ambitionen sein.
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Darüber hinaus tauchen auch andere Teams auf, und Leicester City sieht unter Brendan Rodgers immer mehr nach einem Platz in den Top 4 aus.
Es bleibt abzuwarten, ob die Foxes ihrer Herausforderung gewachsen sind, aber die Zeiten, in denen Arsenal und Manchester United mit den sogenannten „schwächeren Teams“ gnadenlos umgingen, sind längst vorbei.
Es gibt keinen Einschüchterungsfaktor mehr und sogar die Manager gingen freundlich miteinander um – etwas, das während der Ferguson-Wenger-Ära nie zu beobachten war.
Einer Rückkehr an die Spitze des Sports steht den beiden Klubs nichts im Wege, auch wenn die finanzielle Lage von United darauf schließen lässt, dass sie dafür besser gerüstet sind – auch wenn die Nordlondoner derzeit vielleicht die bessere Mannschaft haben.
Durch das Ergebnis landet Emerys Team auf dem vierten Platz, während United nach dem schlechtesten Start in eine Spitzenspielsaison seit 30 Jahren auf dem zehnten Platz dümpelt.
Es ist wahrscheinlich, dass sie Ole Gunnar Solskjaer die Treue halten werden, da es wenig Sinn hätte, den Zyklus mit einem neuen Trainer noch einmal von vorne zu beginnen.
Arsenal sollte auf jeden Fall zu seinem Trainer halten, und solange die Fans an Bord bleiben und erkennen, dass sie kein Titelgewinnmaterial mehr sind, besteht Hoffnung, da die Möglichkeit besteht, dass sie erneut in die Europa League einziehen und so bei Laune bleiben.
Das schwache Unentschieden vom Montag war symptomatisch für zwei Mannschaften, die früher häufig in der Champions League spielten. Das Ziel muss die Rückkehr in den europäischen Elite-Klubwettbewerb sein – aber das ist keineswegs selbstverständlich.


