Der afrikanische Fußballverband (CAF) steht nun erneut unter Beobachtung, nachdem der guineische Fußballverband offiziell eine Überprüfung des Afrika-Cups von 1976 (AFCON) beantragt hat, eines Turniers, das mit dem Titelgewinn Marokkos endete, berichtet Bein Sport.
Auslöser dieser Forderung war nicht die Vergangenheit, sondern eine kürzlich getroffene Entscheidung. Der senegalesische Fußballverband CAF entzog Senegal den Titel des Afrika-Cups 2025 und vergab ihn an Marokko, nachdem er entschieden hatte, dass die senegalesische Nationalmannschaft das Spielfeld während eines Protests gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen hatte. Die 58 Tage nach dem Turnier verhängte Sanktion veränderte das offizielle Ergebnis dramatisch.
Das Urteil löste auf dem gesamten Kontinent breite Debatten aus. Die Entscheidung warf ernsthafte Fragen zur historischen Anwendung von Disziplinarregeln im afrikanischen Fußball auf. An dieser Stelle kommt Guineas Klage ins Spiel, die argumentiert, dass sich ein ähnlicher Vorfall vor fast einem halben Jahrhundert ereignet habe.
Der Afrika-Cup 1976 war eine einzigartige Ausgabe des Turniers, da es kein traditionelles Finale gab. Stattdessen wurde der Sieger in einer Finalgruppe mit vier Mannschaften ermittelt, darunter Marokko, Guinea, Ägypten und Nigeria.
Am letzten Spieltag war noch alles offen. Guinea brauchte einen Sieg, um den Titel zu gewinnen, während Marokko mit einem Unentschieden die Meisterschaft holte.
Das Spiel begann mit einem Traumszenario für Guinea. Chérif Souleymane erzielte in der 33. Minute den Führungstreffer für Guinea und brachte die Mannschaft vorübergehend auf Kurs, den kontinentalen Titel zu gewinnen.
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Die Partie wurde jedoch schnell hitzig, als die marokkanischen Spieler aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung kurzzeitig den Platz verließen. Das Spiel wurde schließlich fortgesetzt, und kurz vor Schluss erzielte Ahmed Makrouh in der 86. Minute den Ausgleich zum 1:1. Marokko beendete die Finalgruppe mit fünf Punkten als Gruppenerster und sicherte sich damit den Afrika-Cup-Titel.
Für Guinea steht dieser Moment nun im Mittelpunkt des Konflikts.
Die Position des guineischen Fußballverbands ist eindeutig. Wenn die CAF Senegal im Jahr 2025 für das Verlassen des Spielfelds während eines Spiels bestraft, dann – so ihre Argumentation – sollte dasselbe Prinzip auch auf historische Fälle angewendet werden.
In Stellungnahmen forderte der Verband nachdrücklich: „Gebt uns unseren Afrika-Cup-Pokal von 1976 zurück.“ Ihre Argumentation basiert auf der Idee, dass Disziplinargrundsätze konsequent angewendet werden sollten, unabhängig davon, in welcher Zeit sich die Vorfälle ereignet haben.
Aus ihrer Sicht sollte die Tatsache, dass marokkanische Spieler das Spielfeld vorübergehend verlassen haben, nun nach der gleichen Logik überprüft werden, die bei der Regelung von 2025 angewendet wurde.
Die Situation bringt den CAF in eine schwierige Lage. Die Annahme des guineischen Antrags könnte das öffnen, was viele Beobachter als „Büchse der Pandora“ historischer Streitigkeiten im afrikanischen Fußball bezeichnen.
Sportrechtsexperten haben bereits darauf hingewiesen, dass es im Jahr 1976 mehrere moderne Disziplinarbestimmungen – darunter Artikel 84 der CAF-Regeln – noch nicht gab, was ihre rückwirkende Anwendung aus rechtlicher Sicht extrem schwierig machen würde.
Die Nichtbeachtung dieser Anfrage könnte jedoch die wachsende Kritik an der Inkonsistenz der Entscheidungsprozesse der CAF verstärken.
Bislang hat der afrikanische Fußballverband CAF noch keine offizielle Stellungnahme zu Guineas Antrag abgegeben. Die Debatte darüber gewinnt unterdessen in der afrikanischen Fußballwelt weiter an Fahrt.



1 Kommentar
Letzte Chance, Senegal muss diesen Einspruch gewinnen…
Die ganze Welt beschäftigt dieses Thema…
Und alle unterstützen Senegal, außer natürlich du bist Marokkaner… allerdings nicht alle… manche werden sich definitiv auf die Seite der Gerechtigkeit stellen…