Der legendäre niederländische Kapitän Ruud Gullit hat den Zustand des modernen Fußballs scharf kritisiert und erklärt, er habe beschlossen, sich das Spiel, das er einst so gut gespielt hat, nicht mehr anzusehen.
Der Ballon d'Or-Gewinner von 1987 sprach in der Rondo-Show von Ziggo Sport über seine Gefühle. Als Beispiel für seine Verärgerung nannte er Arsenals 2:1-Sieg in der Premier League gegen Chelsea am Sonntag, dem 1. März.
„Ich habe beschlossen, kein Fußball mehr zu schauen. Mir macht unser Sport keinen Spaß mehr“, wurde Gullit auf chelseafconline.com zitiert.
„Ich habe mir Arsenal gegen Chelsea angesehen – was für ein absoluter Schrott! Da versuchten die Spieler krampfhaft, Eckbälle und Einwürfe zu erzwingen. Die Balljungen reichten den Spielern Handtücher. Der Fußball ist wirklich grauenhaft geworden. Ich hoffe, dass wir diesen Weg nicht einschlagen.“
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Sein Ärger beschränkte sich nicht nur auf ein Spiel: „Alle machen nur noch Spielzüge. Wo sind die Spieler, die dribbeln? Wo sind die Spieler mit Eiern? Warum passt jeder nur?! Passen! Passen! Passen!“
Gullit fügte außerdem hinzu, dass er auf Spieler warte, die mutig genug seien, sich den Verteidigern zu stellen und im Eins-gegen-Eins die Gegner zu überwinden, mit Ausnahme von Lamine Yamal.
Er gehörte zusammen mit Marco van Basten und Frank Rijkaard zum berühmten niederländischen Trio des AC Mailand. Er gewann drei italienische Meistertitel und zwei Europapokale. Zudem führte er die Niederlande 1988 zum EM-Titel und wurde im selben Jahr mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet. Er verkörperte perfekt den ausdrucksstarken, flüssigen Fußball, dessen Aussterben er offenbar befürchtet.


