Nigerias Super Eagles kehren für den Afrika-Cup 2025 nach Marokko zurück und wollen sich für das Verpassen der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 rehabilitieren.
Mit zunehmender Intensität der Vorbereitungen richtet sich die Aufmerksamkeit nun darauf, wie sich der dreimalige Weltmeister in der Vergangenheit geschlagen hat, wenn Afrikas wichtigstes Fußballturnier in Nordafrika ausgetragen wurde.
Von dramatischen Elfmeterschießen über schmerzhafte Beinahe-Erfolge bis hin zu Momenten kontinentaler Triumphe – die Geschichte der Super Eagles in Nordafrika ist reichhaltig, emotional und von starkem Wettbewerb geprägt.
Vor der Ausgabe 2025 Completesports.com's JAMES AGBEREBI blickt zurück auf Nigerias sieben bisherige AFCON-Teilnahmen in Nordafrika und beleuchtet die Höhepunkte, Tiefpunkte und unvergesslichen Kapitel jedes Turniers.
Libyen 1982 (Gruppenphase)
Der erste Afrika-Cup-Einsatz der Super Eagles in Nordafrika fand 1982 in Libyen statt.
In einer Gruppe mit Algerien, Sambia und Äthiopien schied Nigeria bereits in der Gruppenphase aus.
Sie begannen die Kampagne vielversprechend mit einem 3:0-Sieg gegen Äthiopien, verloren aber 2:1 gegen Algerien, bevor eine enttäuschende 3:0-Niederlage gegen Sambia ihr Ausscheiden besiegelte.
Marokko 1988 (Zweiter Platz)
Beim Afrika-Cup 1988 in Marokko stellte Nigeria unter dem deutschen Trainer Manfred Höner eine starke Mannschaft auf.
Nach dem 3:0-Sieg gegen Kenia im Auftaktspiel erreichten die Super Eagles mit einem 1:1-Unentschieden gegen Kamerun und einem 0:0 gegen Ägypten das Halbfinale.
Das dramatische Halbfinale gegen Algerien endete nach Verlängerung 1:1, bevor Nigeria im Elfmeterschießen mit 9:8 triumphierte.
Ihr Traum vom Titelgewinn platzte im Finale, wo sie Kamerun mit 0:1 unterlagen – dank eines Elfmeters von Emmanuel Kundé in der zweiten Halbzeit.
Algerien 1990 (Zweiter Platz)
Nigeria kehrte für das Turnier 1990 in Algerien nach Nordafrika zurück – ein Wettbewerb, der sich dadurch auszeichnete, dass er größtenteils mit einheimischen Spielern ausgetragen wurde.
Die Kampagne begann mit einer desaströsen 1:5-Niederlage gegen den Gastgeber. Das Team erholte sich jedoch und besiegte Ägypten und die Elfenbeinküste jeweils mit 1:0, um ins Halbfinale einzuziehen.
Ein souveräner 2:0-Sieg gegen Sambia im Halbfinale ebnete den Weg für ein Wiedersehen mit Algerien, doch die Gastgeber behielten erneut die Oberhand und gewannen das Finale mit 1:0.
Tunesien 1994 (Meister)
Nordafrika erwies sich 1994 als glückliches Jagdrevier, denn die Super Eagles lieferten eine der größten Leistungen beim Afrika-Cup ihrer Geschichte ab.
Ein 3:0-Sieg gegen Gabun und ein torloses Unentschieden gegen Ägypten sicherten ihnen den Einzug ins Viertelfinale, wo sie Zaire (heute DR Kongo) mit 2:0 besiegten.
Das Halbfinale gegen die Elfenbeinküste endete nach Verlängerung 2:2, Nigeria gewann im Elfmeterschießen mit 4:2.
Im Finale sorgte Emmanuel Amunekes Doppelpack für einen 2:1-Comeback-Sieg gegen Sambia und sicherte Nigeria damit den zweiten AFCON-Titel.
Tunesien 2004 (Dritter Platz)
Nigeria kehrte 2004 nach Tunesien zurück, konnte aber die Heldentaten von 1994 nicht wiederholen.
Nach einer 0:1-Niederlage gegen Marokko im Auftaktspiel meldeten sie sich mit einem 4:0-Sieg gegen Südafrika und einem 2:1-Sieg gegen Benin zurück und erreichten so das Viertelfinale.
Ein beherzter 2:1-Sieg gegen Kamerun brachte sie ins Halbfinale, wo sie gegen Gastgeber Tunesien 1:1 unentschieden spielten, bevor sie im Elfmeterschießen mit 5:3 unterlagen.
Die Super Eagles sicherten sich die Bronzemedaille mit einem 2:1-Sieg gegen Mali.
Ägypten 2006 (Dritter Platz)
Die Super Eagles erreichten beim Afrika-Cup 2006 in Ägypten erneut den dritten Platz.
In einer schwierigen Gruppe mit Ghana, Senegal und Simbabwe gewann Nigeria alle drei Spiele – gegen Ghana mit 1:0, gegen Simbabwe mit 2:0 und gegen Senegal mit 2:1.
Im Viertelfinale gelang Nigeria die Revanche gegen Tunesien: Nach einem 1:1-Unentschieden gewann Nigeria im Elfmeterschießen mit 6:5.
Ihr Lauf endete mit einer 0:1-Halbfinalniederlage gegen die Elfenbeinküste, doch die Bronzemedaille sicherten sie sich mit einem 1:0-Sieg gegen Senegal.
Ägypten 2019 (Dritter Platz)
Nachdem Nigeria die Turniere 2015 und 2017 verpasst hatte, kehrte das Unternehmen bei der WM 2019 in Ägypten stark zurück.
Die Super Eagles besiegten Burundi (1:0) und Guinea (1:0) und qualifizierten sich damit für das Achtelfinale, bevor sie in ihrem letzten Gruppenspiel gegen Madagaskar mit 0:2 unterlagen.
In der K.o.-Runde setzten sie sich in einem spannenden Spiel knapp mit 3:2 gegen Kamerun durch und besiegten Südafrika mit 2:1, um das Halbfinale zu erreichen.
Ein Freistoß in letzter Minute besiegelte Nigerias 2:1-Niederlage gegen Algerien, doch nach einem 1:0-Sieg gegen Tunesien sicherten sie sich am Ende des Turniers die Bronzemedaille.


